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Anmerkung zum Einschläfern

Dieser Artikel in der Tierrundschau hat mich so entsetzt, dass ich ihn hier eins zu eins darstelle. Ich hoffe inständig, dass es solche Tierärzte nicht mehr gibt. Achtung: dieser unten geschilderte Fall ist nicht mehr die Regel!

"Der Abschied vom vierbeinigen Liebling kommt früher oder später auf jeden von uns zu. Wenn es so weit ist, dann überwiegt der Schmerz und oftmals hindert uns die Sorge um einen geliebten Lebensbegleiter daran, klar zu denken. Und das kann schwerwiegende Folgen haben.

Ich kenne Tierhalter, die sich, nachdem sie dem qualvollen Sterben ihres Haustieres zusehen mussten, noch über Jahre mit Gewissensqualen herumplagen und nur mit großem Schrecken daran denken, wie elend ihr Liebling beim Einschläfern gelitten hat. Manche zerbrechen fast daran.

Es kommt immer wieder vor, dass der letzte Gang unserer Lieblinge ausgerechnet von der Person zum Horrortrip gemacht wird, die eigentlich dafür zuständig wäre, unseren kleinen Freund friedlich von dieser Welt gehen zu lassen: der Tierarzt. Verstehen Sie mich richtig: Die meisten Tierärzte sind sehr liebevoll um ihre Patienten bemüht und sie tun alles in ihrer Macht stehende, um dem Tier und seinem Besitzer den letzten Weg zu erleichtern. Aber es gibt auch schwarze Schafe. Tierärzte, die noch heute mit Mitteln wie aus der Steinzeit arbeiten.

Der Tierarzt kann aus einer ganzen Reihe Reihe von Präparaten auswählen. Es gibt moderne Methoden und welche, die schon seit Jahren veraltet sind. Zum Beispiel das Präparat T61, das ausschließlich zum Einschläfern von Tieren produziert wird. Es lähmt die Muskulatur, also auch die Atem- und Herzmuskulatur. Weil es nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist es von Tierärzten leichter zu verwalten. Das alles ist zunächst kein Problem, wenn man bei der Anwendung nicht gravierende Fehler machen könnte. Das Drama beginnt, wenn der Tierarzt es versäumt, das Tier vor der Verabreichung in tiefe Narkose zu legen. Und das sparen sich manche Tierärzte, weil das Narkosemittel teuer ist. Dabei ist selbst dem Hersteller klar, was dann passiert.

Nebenwirkung Erstickungsanfall

Unter Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel steht: Tiere, die bei Bewusstsein sind, können auf die Applikation mit Erstickungsanfällen, Angst, Schmerz und starkem Unbehagen, qualvollen Lautäußerungen und Exzitationen (Krämpfen) reagieren. Außerdem kann es zu verzögert eintretendem Herzstillstand kommen. Es steht da wirklich können, obwohl der Hersteller von T61 genau weiß, dass es immer passiert, bei jedem Tier. Ganz egal, ob Hund, Katze, Pferd oder andere Tiere wie Kleinsäuger oder Vögel. Darauf zu warten, dass der Hersteller des Mittels aufgrund der zahlreichen Hinweise und Anzeigen seinen Beipackzettel ändert und die Narkose zwingend vorschreibt, ist vergeudete Zeit. Freiwillig ist aus der Richtung keine Hilfe zu erwarten.

Euthanasie bedeutet friedlicher Tod. Wird T61 jedoch bei vollem Bewusstsein angewendet, bewirkt es einen qualvollen Tod.

Qualvolle Euthanasie

Bei der Auswertung der von mir gesammelten Fälle ergab sich immer das gleiche Muster: Entweder erkrankte ein Tier plötzlich oder es lag ein Unfall vor oder der Zustand eines schon alten Tieres verschlechtert sich plötzlich rapide. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass in allen Fällen, die mir bekannt geworden sind, niemals der eigentlich behandelnde Tierarzt der Verursacher dieses Leides war. Die Tierbesitzer mussten immer zu einem Notdienst leistenden Tierarzt gehen, der weder das Tier noch seinen Besitzer kannte und der auch immer außerhalb der normalen Sprechzeiten herangezogen werden musste. Notfälle also, in denen man keine Möglichkeit und keine Zeit hatte, um im Zweifel einen anderen Tierarzt aufzusuchen. In vielen Fällen haben mir die Leute hinterher gesagt, zu dem Arzt wären sie nie gegangen, wenn das Tier nicht plötzlich so schlimm krank geworden wäre. Um also gar nicht erst in eine solche Situation zu kommen, hilft nur, sich lange vorher darauf vorzubereiten. Ich habe mit den Tierärzten, die unsere Tierheime betreuen, über die Problematik gesprochen und dabei haben wir für Sie alle nötigen Schritte, die vor und während dem Einschläfern zu berücksichtigen sind, zusammengestellt."

Schneiden Sie sich den Notfallplan aus und beginnen Sie schon jetzt mit den Vorbereitungen."


von Uschi Lohse, Tierrundschau

"1 Sprechen Sie mit dem Tierarzt ihres Vertrauens möglichst bald, spätestens beim nächsten Impftermin, darüber, was zu tun ist, wenn dem Tier etwas außerhalb der normalen Sprechzeiten der Praxis passiert, es erkrankt oder einen Unfall hat.

2 Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt Kollegen oder Tierkliniken nennen, von denen er weiß, dass sie verantwortungsvoll arbeiten.

3 Machen Sie einen Notfallplan mit Telefonnummern, Adressen einschließlich Anfahrtswegen von mindestens zwei Vertretungstierärzten und hängen Sie diese Liste gut sichtbar in die Nähe ihres Telefons, am besten neben dem Notfallplan.

4 Nehmen Sie mit den Notfall-Tierärzten vorab Kontakt auf, stellen Sie Ihr Tier dort vor und klären Sie ab, welche Methode der Einschläferung der Tierarzt anwendet. Sagen Sie ihm auch, was Sie wünschen bzw. was Ihr Tierarzt als Mittel der Wahl vorgeschlagen hat.

5 Im Notfall nehmen Sie, wenn möglich, einen Menschen Ihres Vertrauens, der aber nicht direkt von dem Geschehen betroffen ist, mit zum Tierarzt. Das kann die nette Nachbarin sein oder jemand aus der weitläufigeren Familie oder Freunde. Sprechen Sie das mit der Person lange vorher ab. Halten Sie für alle Fälle noch eine zweite Person parat, denn nicht jeder kann jederzeit einspringen und mitkommen.

6 Wenn es soweit ist, fragen Sie beim Tierarzt genau nach, welches Mittel in der Spritze aufgezogen ist und was als nächster Schritt geplant ist. Lassen Sie sich nicht mit einer vagen Antwort abspeisen. Glauben Sie niemals, wenn der Tierarzt sagt, ohne Narkose ginge das Einschläfern schneller. Bleiben Sie hartnäckig und akzeptieren Sie niemals T61, wenn das Tier nicht narkotisiert ist (Achtung, die Wirkung der Narkose braucht Zeit).

7 Die humanste Methode zum Einschläfern ist eine Überdosis Narkosemittel. Dabei ist die Dosis im Verhältnis zum Körpergewicht des Hundes relativ hoch. Bei T61 genügt eine geringe Dosis von 0,3 ml pro kg Körpergewicht, für eine Katze also knapp 1 ml. Es ist immer Vorsicht geboten, wenn der Tierarzt nur wenig Medikament in die Spritze aufzieht. Fragen Sie bitte unbedingt nach, notfalls mit großem Nachdruck. Lassen Sie sich nicht abspeisen.

8 Unterdrücken Sie Ihre eigene Angst und Panik, denn das Tier spürt genau, dass etwas nicht stimmt, dass Sie unruhig und verunsichert sind. Diese Unruhe überträgt sich auf das Tier, es wird sich fürchten und unruhig werden. Keine gute Voraussetzung für einen friedlichen Tod.

9 Lassen Sie Ihren Liebling nie mit dem Tierarzt allein. Es ist der letzte Dienst, den wir ihnen erweisen können. Wir haben die Pflicht, sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten und sie bis zum letzen Atemzug im Arm zu halten. Weinen dürfen wir erst, wenn unser Tier über die Regenbogenbrücke gegangen ist, aber keine Sekunde früher."


Aus TierRundschau Nr.71, Die Zeitung der Tierschutzliga Deutschland, Verlag: Abandonner e. V., Falkensteiner Str. 1011, 94118 Wollaberg.


Buchtipp: Dr. Frigga Wiese: Mein Tier ist schwer krank. Und nun?


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